Tipps und Tricks zur Pflege und Wartung der Viola


von Mascha Seitz

Ist es nicht wunderbar, eine hervorragend erhaltene und gepflegte Viola in die Hand zu nehmen, sie von allen
Seiten zu betrachten und die Schönheit dieses Instruments zu bewundern? Um eine Bratsche gut zu behandeln muss man kein ausgebildeter Geigenbauer sein. 

In einem früheren Artikel behandelten wir die richtige Haltung und wie Sie als Musiker fit bleiben. In diesem und den folgenden Artikeln soll es darum gehen, wie Sie ihre Viola ebenso gut behandeln können. Bei guter Pflege werden Sie sich immer wieder freuen können, ihr Instrument in die Hand zu nehmen. Wir geben ihnen Tipps zur Pflege und zur Wartung des Instruments (und den Hinweis, wann Sie lieber nicht selbst Hand anlegen).

 
 
Schäden vermeiden, Lagerung und die wohltemperierte Bratsche
Umwelteinflüsse wie Nässe, Hitze, und trockene Luft tun keinem Streichinstrument gut. Sie sollten es möglichst vermeiden ihr Instrument im Sommer in ihrem Auto liegen zu lassen.
Nässe ist Gift für die Bratsche, aber zu trockene Luft kann auch schaden. Längere Zeit in trockener Umgebung unter 45% Luftfeuchtigkeit, führt auf Dauer zu Rissen im Holz oder greift die Verleimung an. In der Heizperiode sind das häufig Zimmer mit Fußbodenheizungen und Kaminöfen. Das Instrument sollte deshalb nicht in stark beheizten Räumen gelagert werden. Man kann sogar auf eine Art „Bratschenhumidor“ zurückgreifen, einen Dampit (befeuchteter Gummischlauch, in den die Bratsche gehängt wird). Einfacher sind Raumluftbefeuchter oder die Wahl eines Zimmers mit regelmäßig gegossenen Zimmerpflanzen.
 
Was unbedingt vermieden werden sollte, sind schnelle Temperaturwechsel. Wenn ihr Instrument im Winter aus der Kälte kommt, sollten Sie es in der warmen Wohnung nicht gleich in die Hand nehmen und spielen. Lassen Sie die Viola stattdessen eine Weile im Bratschenkasten akklimatisieren. Dasselbe gilt natürlich für heiße Tage, wenn Sie in einen gekühlten Raum treten.
 
Für das Lagern noch ein Tipp: Um zu vermeiden, dass der Frosch des Bogens den Lack Ihres Instruments im Bratschenkasten verkratzt, sollten Sie ein Tuch über das Instrument legen. Auch ist es möglich den Frosch selbst einzuwickeln. Besser wäre aber eine komplette Abdeckung zwischen Bogen und Bratsche, auch um den Kontakt mit dem Kolophonium zu vermeiden, der den Lack der Viola angreift.

Die regelmäßige Reinigung der Bratsche
Tatsächlich ist es ratsam, die Viola nach jedem Spiel zu reinigen, da es für den Lack sonst problematisch werden könnte. Wenn der Bogen die Saiten streicht, rieselt durchgängig feinster Kolophoniumstaub auf die Decke des Instruments. Zunächst ist dieser Staub unsichtbar. Er hinterlässt jedoch, wenn man die Reinigung zu selten durchführt, einen weißen Belag auf dem Lack. Wer ganz auf die Reinigung verzichtet läuft Gefahr, dass sich das Kolophonium kaum noch vom Lack trennen lässt.
 
Zum Entfernen des Staubes empfiehlt sich ein trockenes, fusselfreies, weiches Tuch. Bitte reinigen Sie nur die betroffene Stelle und vermeiden Sie es im Übereifer, den Staub auf dem ganzen Instrument zu verteilen, was zu kleineren Kratzern und Verunreinigungen führen kann.
 
Regelmäßig (wenngleich nicht täglich) sollten die Saiten selbst gereinigt werden. Auch hier kann der Kolophoniumstaub auf Dauer Folgen haben und die Spielbarkeit der Saiten verschlechtern.
 
Deshalb unsere Reinigungsempfehlung: Alkohol (Isopropyl-Alkohol aus der Apotheke oder einfach Brennspiritus aus der Drogerie) auf einen Lappen oder ein Stück Küchenpapier auftragen, jedoch so, dass das Tuch nicht tropft. Dosieren Sie sparsam, ein paar Tropfen sind genug. Beim Reinigen sollten Sie keinen großen Druck ausüben, um zu vermeiden, dass das Tuch tropft. Versuchen Sie  von unten mit der anderen Hand abzusichern, denn der Alkohol würde dem Lack schaden.
 
Diese Art der Reinigung kann auch für den Kinnhalter und das Griffbrett durchgeführt werden, wenn das Griffbrett aus Ebenholz gefertigt ist (Alkohol bitte nicht bei gebeizten Brettern verwenden). Anschließend tun Sie ihrem Instrument etwas Gutes, wenn das Griffbrett mit Lein- oder Olivenöl aufpoliert wird.
 
Mit dem regelmäßigen Reinigen der Partien, mit denen Sie ständig im Kontakt sind, können Sie auch Entzündungen der Fingerkuppen und des Halses (Geigerfleck) vorbeugen.
 
Im Korpus der Bratsche selbst sammelt sich auch Staub an. Dieser kann durch eine kleine Menge Reis entfernt werden, den man in die F-Löcher streut. Nun schütteln Sie das Instrument, wobei die Reiskörner den Staub aufnehmen und das Instrument von innen reinigen.
 
 
Den Lack reinigen
Zunächst, idealerweise schonen Sie ihren Lack, in dem Sie das Instrument nur am Hals, nicht aber am Korpus anfassen und ihren Lack dort vom Kontakt mit Handschweiß verschonen. Denn auch gewaschene Hände enthalten Schweiß und Fettverbindungen, die den Lack angreifen.
Verwenden Sie niemals handelsübliche Möbelpolituren oder Reinigungsmittel, da diese Lösungsmittel enthalten können, die den Lack angreifen.
Für die Reinigung des Lacks gibt es besondere Lackpflege- und Poliermittel. Benutzen Sie diese aber bitte nicht zu oft, da die Wachsbestandteile, die ihrer Bratsche den gewünschten Glanz verleihen bei Überbenutzung zu einer eigenen Schicht auf dem Lack werden können.
Bei hartnäckigen Verunreinigungen, insbesondere der F-Löcher, muss der Dreck zunächst abgeschabt und anschließend mit speziellen Reinigungsmitteln angegangen werden. Ein Fall für den Geigenbauer.
 
Quellen:
https://www.geige24.com/shop/wie-pflege-ich-meine-geige-tipps-und-tricks

http://www.geigenbau.com/tippsundtricks/geigenbau.php
http://www.corilon.com/shop/de/info/geige-tipps.html


Albrecht Löbner • Geigenbaumeister
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DE - 78647 Trossingen
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