1754-05-12Rottenburg, Österreich1812-02-09Wien, Österreichmale

Konzert D-dur, für Bratsche und Orchester

(Jappe 186)
Besetzung
Bratsche, Klavier
Tonart
D-dur
Spieldauer
18 Min. 30 sec.
Gattungen
Konzert
Literatur
Jappe - Directory « Viola Bibliographie», 1998 (186)
Verlage
Alto
Eschig
International Music Company
Kalmus (Hg. Hans Mlynarczyk)
Grahl ca., 1950
Kunzelmann, 1983
Peters, 1985
Artaria, 2002
Henle, 2003
Onlineshop
Mediathek
 

Inputs

PhSch : 
  

Manchmal muss man tiefer graben! Oder: Was der Bratschist in Hoffmeisters Konzert wirklich spielen sollte: http://www.henle.de/blog/de.
Dass es im Zuge der Editionarbeiten an der Henle-Ausgabe gelungen ist, den Schreiber der Solokadenz zum ersten Satz als Joseph Schubert (1754–1837) zu identifizieren, der in der kurfürstlich-sächsischen Hofkapelle als Bratschist angestellt war und der auch selbst als Solist und Komponist zweier Bratschenkonzerte in Erscheinung trat, ist eine Neuerkenntnis. Allerdings ist damit noch nicht automatisch die Provenienz des Stimmensatzes geklärt. Dafür, dass sich diese Handschrift in Schuberts Besitz befunden hat – wie es im Vorwort behauptet wird  – erbringen die Herausgeber jedenfalls keinen Beleg. Auch ist die philologische Methodik hinsichtlich der Artikulation, zur ältesten Textschicht vorzudringen, grundsätzlich richtig, nur ist in dem Fall die Frage zu stellen, ob die ursprüngliche Fassung wirklich derjenigen des Urhebers entspricht. Da nur eine abschriftliche Quelle unbekannter Herkunft dieser Komposition vorliegt, ist das Vorgehen der Herausgeber nachvollziehbar begründet. Erfahrungsgemäß liegen aber schon bei zwei nicht von einem Komponisten autorisierten und nicht voneinander abstammenden Stimmenabschriften etwa eines Solokonzerts auch mindestens zwei Varianten in der Artikulation bestimmter Stellen vor. Auch Parallel- oder Analogiestellen innerhalb einer Abschrift können stark voneinander abweichen. Berufskopisten waren in vielen Fällen ausübende Musiker, für die das Kopieren von Noten ein Zusatzverdienst war. Viele solcher Abschriften dürften keinen direkten Bezug zu einem Kompositionsautograph gehabt haben, sondern immer nur auf Vorlagen basieren, die ihrerseits keinen direkten Bezug zu einem Autograph hatten. Die Idee, Hoffmeisters ursprüngliche Intention in allen Details zu rekonstruieren, muss sich zwangsläufig als schwierig bis unmöglich herausstellen. Es ist bekannt, dass insbesondere Solopassagen von den zeitgenössischen Interpreten in der Artikulation ganz unterschiedlich behandelt wurden, dass es sogar zu den Grundkompetenzen eines Solisten oder Virtuosen gehörte, in solchen Dingen flexibel zu sein. Hier gibt es also zwischen editorischen und aufführungspraktischen Prinzipien eine starke Diskrepanz. Die in der Hoffmeisterabschrift übereinanderliegenden Artikulationslesarten wären in der Henle-Ausgabe vermutlich besser alle separat zu rekonstruieren gewesen, zumal sie ja die zeitgenössische Aufführungspraxis widerspiegeln, die uns wertvolle Informationen über die praktischen Gepflogenheiten unmittelbar nach der Entstehung übermitteln, über die wir nur sehr selten verfügen. Auch ist zu kritisieren, dass die Henle-Ausgabe darauf verzichtet, eine überlieferte zeitgenössische Solokadenz, nämlich diejenige des versierten Bratschisten Joseph Schubert, die sogar in zwei Varianten vorliegt, zu edieren, und stattdessen den modernen Neukompositionen von Robert D. Levin den Vorzug erteilt (so auch im Fall der Henle-Ausgabe des Stamitz-Violakonzerts), was unter einem Urtext-Label höchst fragwürdig erscheint.

PhSch : 
  

Vielleicht ein interessanter Rundfunkbeitrag: https://www.ardmediathek.de/.

PhSch : 
  

Die einzige Quelle, eine zeitgenössische Stimmenabschrift aus dem Bestand der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Signatur: Mus.3944-O-5), ist als Digitalisat verfügbar: http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/69815/1/.

Außerdem erschien 2003 bei Henle eine Edition des Klavierauszugs: http://www.henle.de/de/detail/index.html?Titel=Violakonzert+D-dur_739.
Es ist schade, dass die beiden Violakonzerte in D von Hoffmeister und C. Stamitz noch immer unangefochten so ziemlich die einzigen Probespielstücke für das 18. Jh. sind, obwohl viele andere schöne Konzerte aus der Zeit vorliegen, die viel mehr Aufmerksamkeit verdienten.

Walder : 
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Nach dem Original herausgegeben von Dr. Hans Mlynarczyk und Albert Kranz. Das Orchester: 2 Violinen, Viola, Violoncello / Bass, 2 Oboen, 2 Hörner. Spieldauer in der vorliegenden Ausgabe: 16 Minuten.

Umschlag / CoverUmschlag / Cover
Edition: Musica Antiqua, Grahl
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Edition: Musica Antiqua, Grahl
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Edition: Kunzelmann, 1983
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Vorwort / PrefaceVorwort / Preface
Edition: Kunzelmann, 1983
Vorwort 2 / Preface 2Vorwort 2 / Preface 2
Edition: Kunzelmann, 1983
Konzert D-dur, für Bratsche und Orchester